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Thrombose

Abbildung zeigt ein Blutgerinnsel

Bei einer Thrombose bildet sich im Gefäß einer Vene oder Arterie ein Blutgerinnsel (Blutpfropf) und verengt oder verstopft so das Gefäß an seiner Entstehungsstelle oder wandert weiter und kann an anderer Stelle eine „Verstopfung“ verursachen. Geschieht dies, ist die Blutversorgung nicht mehr garantiert oder eingeschränkt. Dies kann zu verschiedenen Krankheitsbildern führen.

Bei einer Beinvenenthrombose oder (tiefen) Beckenvenenthrombose kann sich der Thrombus, wenn  er sich löst, zur Lunge wandern. Geschiet dies kann die Lungenarterie verstopfen und zu einer Lungenembolie führen.

Bei einer arteriellen Thrombose, kann das Blutgerinnsel, wenn es wandert, einen Schlaganfall oder einen Herzinfarkt auslösen.

Meist sind jedoch die tiefen Bein- und Beckenvenen von einem Thrombus betroffen. Thrombosen treten häufiger in den Venen als in Arterien auf, da Venen vom anatomischen Aufbau her zarter sind und auch der Blutfluss in den Venen langsamer als in den Arterien ist.

Faktoren die eine Thrombose begünstigen können

Die nach dem deutschen Pathologen benannte Virchow-Trias beschreibt drei Faktoren, welche eine Thrombose begünstigen können:

  • Gerinnungsstörungen, welche medikamentöse oder genetische Ursachen haben können
  • Veränderter Blutfluss, der etwa durch Bettlägerigkeit oder Schwangerschaft ausgelöst werden kann
  • - Schäden der Gefäßwand  die durch Verletzungen, Entzündungen oder Krebserkrankungen auftreten können.

Neben einer Schwangerschaft, der Anti-Baby Pille und dem Rauchen können unter anderem auch Übergewicht und Bewegungsmangel eine Thrombose begünstigen.

Symptome

Schmerzen, schwere Beine, Fieber, unnatürliche Hitzeempfindungen an betroffenen Körperregionen, bläuliche Verfärbungen oder eine Vergrößerung des Beinumfangs können für eine Thrombose sprechen. Nicht immer sind die Symptome jedoch mit Schmerzen verbunden.

Wird eine Thrombose vermutet so zieht der Arzt zur Diagnoseerhebung die Ultraschalluntersuchung oder die Kompressionssonografie zur Hilfe.
 

Die Therapie einer Thrombose verfolgt vor allem das Ziel den Blutfluss wiederherzustellen. Je nach Diagnose wird das Blutgerinnsel operativ entfernt, oder medikamentös aufgelöst. Ist eine genetische Veranlagung zu Thrombosen bekannt (Bluttest), so können gerinnungshemmende Medikamente, viel Bewegung oder auch Kompressionsstrümpfe helfen einem Thrombus vorzubeugen.

 

Auf eigene Faust blutverdünnende Mittel, wie z.B. Acetylsalicylsäure (Aspirin), einzunehmen ist nicht angeraten. Langfristige Medikation sollte immer nur nach Rücksprache mit dem Arzt erfolgen. Da sich Thrombosen meistens in den Venen bilden Aspirin aber im arteriellen Bereich wirkt kann ASS venöse Thrombosen nicht verhindern.

 

Gesunderhaltung und Vorbeugung
Beispielsweise können pflanzliche Vitamin B-Komplexe bzw. Niacin (Vitamin B3) helfen vor arteriosklerotischen Erkrankungen zu schützen und somit auch vor Herzinfarkt. Denn Vitamin B3 vermindert das „schlechte“ LDL-Cholesterin und fördert den Aufbau von „gutem“ HDL-Cholesterin. Durch einen normalisierten Blutfettspiegel bilden sich weniger Ablagerungen in den Gefäßen und somit kann das Risiko für eine Thrombose abnehmen, da sich hierdurch der Blutfluss verbessern kann. Da auch die Einnahme von Betablockern oder Antidiabetika die Aufnahme von Niacin hemmt, wirkt das B-Vitamin vorbeugend.
 

Ärzte raten außerdem stündlich ca. 250 ml Flüssigkeit zu sich zu nehmen um das Blut flüssig zu halten. Alkohol wirkt hier jedoch kontraproduktiv, da durch ihn die Venen zwar erweitert werden,  dies aber den Rückfluss des Blutes durch den mangelnden Venendruck behindern kann.

Ein weiterer bekannter Ratschlag der Ärzte lautet: „Liegen und gehen ist besser als sitzen und stehen.“  Daher ist es gut sich soviel wie möglich zu bewegen. Bei Flugreisen, längeren Autofahrten oder langem Sitzen, sollten regelmäßig Bewegungsminuten eingelegt werden um den gesunden Blutfluss zu erhalten.

Somit tragen viel Bewegung, wenig Alkohol, der Verzicht auf Zigaretten und auch die Abklärung durch Untersuchungen zum Ausschluss genetischer Faktoren zur Vermeidung von Thrombosen und somit zur Gesunderhaltung bei - und sorgen für einen gesunden Blutfluss bei Jung und Alt.

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