Das Pflegelexikon

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Depression

An einer Depression leidender Mann

Eine Depression ist eine Krankheit. Und nicht etwa ein negativer Charakterzug des an einer Depression leidenden Menschen. Depressionen können unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Vor allem das Symptom der Niedergeschlagenheit ist meist allen Arten der Depression gemeinsam. Weitere psychische Störungen aber auch körperliche Begleiterscheinungen und Schlafstörungen kommen bei depressiven Menschen häufig vor.


Wie genau eine Depression zustande kommt ist bis heute nicht zweifelsfrei geklärt. Neben der Annahme, dass die Vererbung eine gewisse Rolle spielt, ist das Zusammenwirken verschiedener innerer und äußerer Faktoren an dem Zustandekommen einer Depression beteiligt. Ein veränderter Hirnstoffwechsel oder auch ein Ungleichgewicht bestimmter Botenstoffe sind weitere mögliche Ursachen für eine Depression.

Unipolare Depression
Die Unipolare Depression wird häufig auch als unipolare affektive Störung bezeichnet. In der depressiven Episode der Unipolaren Depression gibt es keine manischen Phasen sondern lediglich eine anhaltende und ausgeprägte Niedergeschlagenheit. Unterschiedliche Ereignisse in dieser Zeit können ohne jede Gefühlsregung durchlebt werden. Zu der besagten Niedergeschlagenheit gesellen sich bei der Unipolaren Depression zudem oft ein ausgeprägtes Morgentief und Schlafstörungen in der Nacht.

Bipolare Depression
Die Bipolare Depression wird häufig auch als bipolare affektive Störung bezeichnet. Bei der Bipolaren Depression wechseln sich depressive Episoden mit manischen Episoden ab. In den manischen Episoden empfindet sich der an dieser Art der Depression Leidende als unverwundbar und neigt im Zuge dessen auch zur Selbstüberschätzung. Manische Menschen können lange auf einen geregelten Schlaf verzichten.

Dysthymie
Bei einer Dysthymie handelt es sich um eine chronische Art der Depression, bei der die Symptome der unipolaren affektiven Störung in geringerer Ausprägung zutage treten. Die Dysthymie hat ihren Ursprung oft bereits in jungen Jahren der an dieser Depression leidenden Menschen und kann über Jahre und Jahrzehnte immer wieder auftreten.

Zyklothymie
Bei der Zyklothymie kommen die manischen und depressiven Phasen der Bipolaren Depression in weniger stark ausgeprägter Art zum Tragen. Dieser Kampf zwischen übersteigertem Antrieb und der totalen Antriebslosigkeit ist bei Zyklothymie-Patienten ebenfalls – wie bei den Dysthymie-Patienten – chronisch und kann sehr viele Jahre andauern.

Saisonal abhängige Depression
Bei der Saisonal abhängigen Depression handelt es sich um die sog. Winterdepression. Menschen die an dieser Art der Depression leiden, durchleben in den Herbst- und Wintermonaten eine depressive Phase, die im Frühjahr wieder verschwindet. Die kürzeren Sonnenstunden lösen bei den an einer saisonal abhängigen Depression Erkrankten die Symptome aus, von denen der Rückzug in die eigenen vier Wände und die zeitweise Einschränkung sozialer Kontakte häufig vorkommen.

 

Symptome und Diagnose der Depression
Zu den häufigen Symptomen, die – vor allem in Kombination – auf eine Depression hinweisen können, zählen u.a.:
•    Lange anhaltende Übellaunigkeit
•    Ausgeprägte Stimmungstiefs am Morgen
•    Interesselosigkeit
•    Antriebslosigkeit
•    Emotionslosigkeit
•    Unentschlossenheit
•    Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust
•    Schlafprobleme bis hin zu Schlaflosigkeit
•    Innere Unruhe macht sich breit
•    Verringertes Selbstwertgefühl macht sich breit
•    Übersteigerte Schuldgefühle breiten sich auch
•    Extremes Rückzugsverhalten
•    Konzentrationsmangel und Schwierigkeiten Entscheidungen zu treffen
•    Kein sexuelles Verlangen mehr
•    Angstzustände
•    Extreme Handlungslosigkeit
•    Extremer Pessimismus
•    Todesgedanken
•    Suizidversuche
•    Körperliche Leiden

Ob eine Depression vorliegt, oder es sich lediglich um eine depressive Verstimmung handelt, stellen Mediziner, wie Psychiater oder Psychotherapeuten in der sog. Anamnese fest. Hier unterhält sich der Mediziner ausführlich mit dem Patienten, um eine Diagnose stellen zu können. Daneben gibt es medizinische Test, die den Weg zur Diagnose erleichtern können. Einen einheitlichen und allgemein gültigen Weg zur Diagnose der Depression gibt es jedoch nicht.

Therapiemöglichkeiten von Depressionen
Die Therapiemöglichkeiten bei Depressionen unterscheiden sich in erster Linie durch die Intensität der diagnostizierten Depression. Leichte Depressionen können ohne Medikamente behandelt werden, indem der an der leichten Depression Leidende eine Psychotherapie, wie etwa die Gesprächstherapie, absolviert.


Bei mittleren Depressionen reicht eine Psychotherapie alleine meist nicht aus. Sie wird daher zusätzlich mit Medikamenten – den sog. Antidepressiva, wie zum Beispiel den selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer – therapiert.


Bei schweren Depressionen, bei denen Suizidgefahr besteht, kann oft nicht vermieden werden, dass sich der Patient einer stationären Behandlung in einer Klinik unterzieht.


Die an der Winterdepression leidenden Menschen haben die Möglichkeit eine Lichttherapie zu machen.

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