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Alzheimer

Mit einem Anteil von über fünfzig Prozent ist Alzheimer (lateinisch Morbus Alzheimer) die am häufigsten auftretende Form von Demenz. Alzheimer ist eine neurodegenerative Erkrankung welche zu einem stetig ansteigenden Nervenzellenverlust - sprich zum Abbau von Hirnsubstanz führt. Die Konsequenz ist, dass das Gehirn bis zu 20 Prozent an Masse verlieren kann.  Ferner verändert sich die Persönlichkeit des Betroffenen, manchmal so stark das sich bestimmte Charaktereigenschaften komplett in das Gegenteil verkehren.

 

Die typischen Symptome der Demenz, wie Gedächtnisstörungen, -schwäche, -verlust, treten bei Alzheimer-Patienten nach und nach ein und verschlimmern sich meist kontinuierlich (selten auch schubartig). Die Verschlimmerung der Krankheit resultiert aus dem fortschreitenden Verlust der Nervenzellen.

 

Medizinisch gesehen gibt es drei Stadien die ein Alzheimer-Patient während seiner Krankheit durchlebt.

 

1. Stadium

Das 1. Stadium beginnt zumeist mit der Vergesslichkeit. Dem Betroffenen entfallen regelmäßig Informationen und Situationen, vor allem die, die im Kurzzeitgedächtnis abgespeichert wurden. Dem Erkrankten fällt die Konversation schwer, da ihm nicht mehr sein gesamter Wortschatz zur Verfügung steht. Jedoch bleiben Erinnerungen, die schon längere Zeit zurück liegen meist lange im Gedächtnis gespeichert. Darüber hinaus besteht akute Orientierungslosigkeit aufgrund von außerplanmäßigen Veränderungen die der Alzheimer-Patient nur schwer verarbeiten kann. Beispielsweise kann es sein, dass übliche Veränderungen des Wetters ausreichen das der Patient seine eigentlichen Pläne vergisst und orientierungslos herum irrt.

 

2. Stadium

Ab dem 2. Stadium sind Alzheimer-Erkrankte hochgradig pflegebedürftig. Die Vergesslichkeit hat zur Folge, das dass tägliche Leben ohne fremde Hilfe nicht mehr zu meistern ist. Auch kommt es bei den Patienten zu ständigen Stimmungsschwankungen mit denen sie alleine nicht mehr klar kommen.

 

Zwanghaftes Verhalten, wie übermäßige Körperreinigung ist ein weiteres Indiz für eine Alzheimer-Erkrankung im zweiten Stadium. Die wohl gefährlichste Eigenschaft, die das zweite Stadium mit sich bringt, ist die zunehmende Nachtaktivität, die einen Erkrankten in Verbindung mit seiner Orientierungslosigkeit zu nächtlichen Ausflügen bringt, welche dann oft mit kompletter Verwirrung bei der Polizei enden.

 

3. Stadium

Die absolute Pflegebedürftigkeit ist mit dem 3. Stadium erreicht. Die zunehmende Stärke der Krankheit sorgt dafür, dass die Sprachfähigkeit versagt und die Pflegeperson nicht mehr fähig ist sich zu verständigen. Die Bewegungsunfähigkeit verstärkt sich, mit der Folge, dass viele Erkrankte an Inkontinenz leiden. Letztendlich sind Alzheimer-Patienten im letzten Stadium der Krankheit zu keiner menschlichen Tat mehr fähig und verlieren ihr gesamtes Bewusstsein.

 

Die Behandlung von Alzheimer ist bis heute kaum möglich. Verfügbar sind Medikamente, die Krankheitssymptome abschwächen, jedoch kann eine Heilung der Krankheit bis heute noch nicht vorgenommen werden. Eine Linderung von charakteristischen Veränderungen, wie Unruhe, Depression oder Aggression ist teilweise durch psychologische Therapien möglich.

 

Lesen Sie zu diesem Thema auch unseren Artikle Mit Fisch gegen Alzheimer ankochen.

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