Plötzlich Pflegefall - Was tun? Leitfaden für Pflegebedürftige und plfegende Angehörige


Eine Kraft raubende  Erkrankung oder ein Unfall können ältere Menschen schnell zum Pflegefall werden lassen. Diese neue Situation ändert nicht nur das Leben des Pflegebedürftigen sondern auch das der Angehörigen. Aus diesem Grund  ist es wichtig, sich vorab über die wichtigsten Schritte zu informieren um den Weg in den neuen Alltag rasch zu realisieren.

Wer hat Anspruch auf Pflege?
Anspruch auf Pflege - im Sinne des Pflegeversicherungsgesetzes (SGB XI) - haben Personen die wegen einer körperlichen, geistigen oder seelischen Krankheit oder Behinderung für die gewöhnlichen und regelmäßig wiederkehrenden Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens auf Dauer, voraussichtlich für mindesten sechs Monate, in erheblichem oder höherem Maße der Hilfe bedürfen.

Der Gesetzgeber beschreibt Krankheiten oder Behinderungen in diesem Sinne wie folgt:

Verluste, Lähmungen oder andere Funktionsstörungen am Stütz- und Bewegungsapparat. Funktionsstörungen der inneren Organe oder der Sinnesorgane. Störungen des Zentralnervensystems wie Antriebs-, Gedächtnis- oder Orientierungs-störungen sowie endogene Psychosen, Neurosen oder geistige Behinderungen

Wer ist Pflegeversichert?
Pflegeversichert sind automatisch alle, die in der gesetzlichen Krankenkasse pflicht- oder freiwillig versichert sind. Ehegatten und unterhaltsberechtigte Kinder sind im Rahmen der Familienversicherung mitversichert. Privatversicherte sind verpflichtet, das Risiko der Pflegebedürftigkeit selbst zu versichern.
 

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Was tun, um Pflege zu bekommen?
Um Pflegeleistungen oder Pflegegeld zu erhalten ist die Einstufung des Pflegebedürftigen in einen sogenannten  Pflegegrad (früher Pflegestufe) erforderlich. Zu diesem Zweck muss eine entsprechender Leistungsantrag (formlos) bei der Krankenversicherung bzw. der Pflegeversicherung des Pflegebedürftigen eingereicht werden.

 

Die Versicherung wird dann einen Mitarbeiter des MDK (Medizinischen Dienst der Krankenversicherung) zu dem Pflegebedürftigen schicken um den Pflegegrad, also den Grad der benötigten Pflege, festzustellen. Dieser Hausbesuch erfolgt nach Terminvereinbarung.

Achtung: Solange keine Pflegegrad vorliegt übernimmt die Pflegekasse auch keine Kosten!

Was sind Pflegegrade?
Der Pflegegrad beschreibt den Grad der Pflegebedürftigkeit des Betroffenen und entscheidet darüber, welche Leistungen der Pflegebedürftige von der Pflegeversicherung erhält.

 

Es gibt fünf Pflegegrade. Die jeweilige Einstufung drückt aus, wie hoch der täglich notwendige Zeitbedarf für die Pflege und hauswirtschaftliche Versorgung ist.

 

Pflegegrad 1 (neu ab 2017): Geringe Beeinträchtigung der Selbständigkeit
Pflegegrad 2 (Pflegestufe 0/1): Erhebliche Beeinträchtigung der Selbständigkeit
Pflegegrad 3 (Pflegestufe 1/2): Schwere Beeinträchtigung der Selbständigkeit
Pflegegrad 4 (Pflegestufe 2/3): Schwerste Beeinträchtigung der Selbständigkeit
Pflegegrad 5 (Pflegestufe 3/3 mit Härtefall): Schwerste Beeinträchtigung der Selbstständigkeit mit besonderen Anforderungen an die pflegerische Versorgung

Auf der nächsten Seite erfahren Sie wie Sie sich am besten auf den Besuch des MDK vorbereiten und warum ein Pflegetagebuch so wichtig ist.

 

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