Pflegedienst-Online Magazin
Berichte aus der Pflege

Zehn der häufigsten Krankheiten im Alter

Granatapfel

Man wird einfach nicht jünger. Diese Selbsterkenntnis wird umso deutlicher je mehr körperliche Beschwerden sich nach und nach bemerkbar machen. Das Alter an sich ist keine Krankheit, doch mit den Jahren lässt die Belastbarkeit des menschlichen Organismus mehr und mehr nach, der Mensch wird zunehmend anfälliger für Krankheiten, die auch chronischer Natur sein können. Senioren leiden häufig gleichzeitig an mehreren Erkrankungen, die sich teilweise gegenseitig bedingen. Wenn dem so ist, spricht man von Multimorbidität. Pflegedienst-Online hat zehn der häufigsten im Alter auftretenden Krankheiten unter die Lupe genommen und im Folgenden kurz zusammengefasst.

Bluthochdruck
Herz-Kreislauferkrankungen, wie Bluthochdruck, zählen in Deutschland zu den häufigsten Todesursachen. Vor allem ältere Menschen haben mit Bluthochdruck zu kämpfen. Die Ursachen sind, neben der erblichen Vorbelastung, vielfältig. Eine falsche Ernährung, z. B. durch übermäßig fette oder auch sehr salzhaltige  Speisen, kann ebenso Ursache für zu hohen Blutdruck sein, als auch zu wenig Bewegung oder Stress, Depressionen und unkontrollierter Alkoholgenuss.

Häufig wirken mehrere Faktoren zusammen. Viele Senioren nehmen daher Medikamente ein, um den Blutdruckwert zu kontrollieren. Daneben kann man auch aktive an der Verbesserung des eigenen Blutdruckwertes mitwirken. Eine Ernährungsumstellung, kontrollierter Konsum von Genussmitteln, wie Alkohol und regelmäßige Bewegung sind Wegweiser in die richtige Richtung.

Diabetes mellitus
Im Alter erkranken viele Menschen an der Zuckerkrankheit Diabetes mellitus. Vor allem der Diabetes Typ 2 wird bei älteren Menschen häufig diagnostiziert. Bei diesem Typ kann der Körper das Insulin, welches er produziert, nicht wieder abbauen, so dass der Blutzuckerspiegel steigt.

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Von Arthrose geschädigtes Gelenk

Vor allem übergewichtige Menschen leiden an dieser Diabetesform. Müdigkeit und Kopfschmerzen sowie eine erhöhte Infektionsgefahr zählen zu den Folgen. Häufig wird eine Gewichtsreduktion empfohlen. Eine gesunde Lebensführung mit einer ausgewogenen Ernährung und genug Bewegung begünstigen dieses Vorhaben.

 

Schlaganfall
Generell kann jeder Mensch einen Schlaganfall erleiden, doch mit dem Alter steigt auch das Schlagad eines Schlaganfalls wird das Gehirn nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Diese Unterversorgung kann verschiedene Ursachen haben. Es ist bei einem Schlaganfall extrem wichtig, sofort ärztliche Hilfe zu organisieren, um so Folgeschäden zu vermeiden oder möglichst gering zu halten. Folgende Symptome können – gerade bei älteren Menschen – Hinweise auf einen Schlaganfall sein: extreme Kopfschmerzen, Sehstörungen, Lähmungserscheinungen, Taubheitsgefühle in manchen Körperteilen, Schwindel, ein unsicherer Gang, sowie Sprach- und/oder Verständnisschwierigkeiten.

Arthrose
Bei einer Arthrose-Erkrankung kommt es im Zuge der lebenslangen, alltäglichen Belastung zu einer Knorpelabnutzung. Dieser Gelenkverschleiß hat häufig auch weitere Auswirkungen auf die Knochen, Muskeln, Gelenkkapseln und die Bänder. Besonders stark beanspruchte Gelenke, wie die Wirbelsäule oder die Knie werden von der Arthrose in Mitleidenschaft gezogen. Arthrose ist ein sehr schmerzhaftes Leiden. Arthrose ist nicht heilbar. Knorpel die einmal abgenutzt sind, können sich nicht wieder aufbauen. Man kann lediglich versuchen die Abnutzungsgeschwindigkeit zu verlangsamen. Möglichst viel Bewegung, z. B. durch regelmäßiges Schwimmen, eine Gewichtsreduktion oder auch orthopädische Hilfsmittel können dabei helfen die Gelenke zu entlasten. Daneben gibt es Medikamente um den Schmerz einzudämmen. In extremen Fällen der Arthrose werden operativ künstliche Gelenke eingesetzt.
 

Herzerkrankungen
Mit dem Alter verändert sich die Leistungsfähigkeit des Herzens. Viele ältere Menschen leiden an einer oder mehreren Herzkrankheiten, wie Herzinsuffizienz, Koronare Herzkrankheit und Herzrhythmusstörungen. Häufig bedingen sich diese Krankheiten gegenseitig. Daneben steigt im Alter das Herzinfarktrisiko.

Bei einem Herzinfarkt wird das Herz nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Diese Störung kann den Tod zur Folge haben. In Deutschland ist bei rund 40 Prozent der Todesfälle ein Herzinfarkt die Ursache gewesen. Da ein Herzinfarkt immer lebensbedrohlich sein kann, sollte möglichst umgehend ein Arzt konsultiert werden. Folgende Symptome können auf einen Herzinfarkt hinweisen und sollten ernst genommen werden: Brustschmerzen, Atemnot infolge von extremem Druck in der Brust, extreme Übelkeit und extremes Schwitzen.

Chornische Bronchitis und Lungenerkrankungen
Neben starken aktiven und auch ehemaligen Rauchern sind vor allem ältere Menschen gefährdet, an einer chronischen Bronchitis zu erkranken. Bei dieser Art der Bronchitis sind die Atemwege dauerhaft entzündet. Ein starkes Husten und Probleme den Auswurf abzuhusten sind die vordergründigen Beschwerden. Menschen die an einer chronischen Bronchitis erkrankt sind, sollten in jedem Fall das Rauchen aufhören. Medikamente, wie Antibiotika und schleimlösende Mittel, können helfen mit den Folgen der Erkrankung umzugehen. Chronische Bronchitis zieht oft weitere Lungenerkrankungen, wie etwa ein Lungenemphysem nach sich.

Demenz
Ist ein Mensch an Demenz erkrankt, kam es zuvor zu einer Rückbildung im Gehirn. In der Folgen einer Demenzerkrankung kommt es zum Verlust geistiger Fähigkeiten, die der Patient vor der Erkrankung besessen hat und mühelos einsetzen konnte. Verwirrtheit und eine stark geminderte Erinnerungsleistung sind die wohl bekanntesten Symptome von Demenz. Daneben kann es unter anderem auch zu Störungen im Sprach-, Bewegungs- und Verhaltensapparat kommen.

Demenzkranke Senioren können ab einem fortgeschrittenen Punkt der Erkrankung nicht mehr alleine Leben, da sie es nicht mehr schaffen, ihren Alltag gefahrenfrei zu meistern und sich ausreichend selbst zu versorgen. Der Pflegeaufwand bei Demenzerkrankten ist daher sehr hoch.

Rheuma
Rheuma zählt zu den nicht heilbaren Krankheiten. Bei rheumatischen Erkrankungen kommt es zu Entzündungen in den Muskeln, Sehnen und Gelenken des Bewegungsapparates. Rheuma ist ein Überbegriff für mehrere Krankheitsbilder in diesem Bereich, wie Arthrose, Gicht oder die häufig vorkommende Rheumatoide Arthritis. Bei der Rheumatoiden Arthritis können die Gelenkentzündungen in den Händen und Füßen so weit fortschreiten, dass es zum Bewegungsverlust kommt und der Patient zum Pflegefall wird. Medikamente und Therapien sowie Physiotherapien können bei frühzeitiger Diagnose den Verlauf der Rheuma-Erkrankung verlangsamen.

Augenleiden
Viele Senioren leiden daran, dass die Augen nicht mehr wie gewohnt funktionieren. Im Alter produziert das Auge weniger Tränenflüssigkeit, die Netzhaut wird mit den Jahren dünner und auch die Linse verliert an Flexibilität, wodurch es häufig zur Altersweitsichtigkeit kommt. Zu den häufigsten Augenerkrankungen zählen neben dem Grauen Star auch Glaukom sowie  altersabhängige Makuladegeneration (AMD). Bei Beschwerden sollte man frühzeitig zum Arzt gehen.

Krebserkrankungen
Neben dem Herzinfarkt zählen auch Krebserkrankungen zu den häufigsten Todesursachen in der westlichen Welt. Bei einem Krebsleiden verändern sich Gene irreparabel. Krebszellen sind somit kaputte Zellen. Diese defekten Zellen können gesundes Gewebe befallen, sich im Körper ausbreiten und Tochtergeschwülste (Metastasen) bilden. Bösartige Tumore und Metastasenbildungen können den Tod des Patienten nach sich ziehen. Obwohl Krebserkrankungen in jeder Altersstufe auftreten steigt das Krebsrisiko mit dem Alter. Zu den häufigsten Krebskrankheiten zählen unter anderem Brustkrebs. Darmkrebs und Lungenkrebs. Eine ungesunde Lebensweise kann Krebsleiden nach sich  ziehen. Vorsorgeuntersuchungen sollten regelmäßig wahrgenommen werden, da bei manchen Krebsarten die Chance auf Heilung bei einer Früherkennung steigen.

 
Heike Heel Dipl.-Germ. (Univ.)

08.02.2012
Interviews und Berichte aus der Pflege
Wenn die geistige Leistungsfähigkeit eingeschränkt ist, kann sich das auf den gesamten Alltag auswirken und zur Folge haben, dass der Betroffenen nicht mehr in der Lage ist, diesen alleine zu bewältig...
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