Pflegedienst-Online Magazin
Berichte aus der Pflege

Senioren im Internet – So nutzen sie das Netz

Senioren surfen mit Laptop im Internet

Immer mehr ältere Bürger finden ihren Weg ins Internet. In der Altersgruppe der 50-59 jährigen gingen 2014 laut D-21-Digital-Index bemerkenswerte 79,1 Prozent der Senioren ins Netz. Bei den älteren (bis 69 Jahre) sind es immerhin noch 64,5 Prozent und selbst die über 70 jährigen nutzen die Online-Welt bereits zu rund 30 Prozent. Bei Facebook sind je nach Zählung angeblich sogar bis zu 45 Prozent der über 65 jährigen Internetnutzer vertreten, was ein Grund für den Rückgang bei den Teenagern sein soll, die nicht gemeinsam mit Eltern, Lehrern und Großeltern in einem Netzwerk „abhängen“ möchten.

 

Weniger Vereinsamung im Alter
Was macht die Faszination des Internets für Senioren aus? Die Berührungsängste sind längst nicht so ausgeprägt, wie man das zunächst vermuten könnte. Obwohl im Gegensatz zu heutigen Kindern keiner aus der Altersgruppe über 50 mit Internet und Smartphone aufgewachsen ist, gehörte der Computer vielerorts bereits zum alltäglichen Arbeitsleben. Der Umstieg auf moderne (und einfach bedienbare) Systeme fällt diesen Menschen nicht schwer. Speziell für Senioren, die aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr im vollen Umfang am sozialen Leben teilnehmen können, eröffnet das Internet ganz neue Möglichkeiten. Musste Oma früher mit dem Einkaufsnetz auf Tour gehen, kann sie heute viele  Dinge per Einkauf im Netz erledigen.

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Und auch der Kontakt mit der (möglicherweise weit entfernt lebenden) Familie ist nicht mehr nur auf seltene Briefe und Telefonanrufe beschränkt. Skype oder Facetime lassen sie ebenso wie soziale Netzwerke am Leben der Lieben teilhaben, ohne dass dies zur abgestumpften Weihnachtsgruß-Routine verkommt.

 

Herausforderungen auch für Betreiber von Senioreneinrichtungen
Diese neue Welt stellt natürlich auch völlig neue Anforderungen an die Betreiber von Senioreneinrichtungen. Die Zeiten, in denen man Menschen über 50 mit einem Kaffeekränzchen oder ein bisschen Kegeln unterhalten konnte, sind lange vorbei. Selbst in Altersheimen haben Spielekonsolen Einzug gehalten, um die Bewohner sinnvoll und vor allem mit Spaß an der Freude körperlich aktiv zu halten. Für diejenigen, die noch weitgehend selbstbestimmt am Leben teilnehmen, wird der Internetanschluss und eine schnelle Verbindung zur Onlinewelt ebenso wichtig wie früher der TV- und Radioanschluss im Zimmer. Der Unterschied: Am Computer agieren die Menschen aktiv und bleiben keine bloßen Zuschauer. Das Entdecken und Betreiben neuer Hobbys ist dabei nur einer von vielen Aspekten, die den Nutzen des Internets für Senioren verdeutlichen.

Ausblick in die Zukunft
Die Möglichkeiten des Internets werden immer weiter wachsen. Für Senioren geht es dabei nicht nur um eine Beschäftigungstherapie gegen die Vereinsamung, sondern um die aktive Teilhabe am Leben und der Vernetzung mit anderen. Nicht nur das Banking ist online bequem und einfach abzuwickeln, sondern zunehmend auch alltägliche Einkäufe, was gerade in ländlichen Gebieten für Senioren ein echtes Problem ist. Daneben dürfen aber die Gefahren nicht vergessen werden, denn Senioren werden auch online zu den bevorzugten Zielen von Betrügern und Abzockern gehören. Allerdings sollte dies umgekehrt nicht zu einer übertriebenen Furcht vor moderner Technologie führen. Denn die Handtasche mit Bargeld kann der Oma seit jeher auch auf der Straße gestohlen werden.
 

05.08.2015
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