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Berichte aus der Pflege

Früherkennung von Alzheimer - mit diesen einfachen Schritten

Die Alzheimer-Krankheit

Alzheimer ist eine gefährliche Erkrankung des Gehirns, die einen je nach Ausprägung langsameren oder schnelleren Gedächtnisverlust zur Folge hat. Erste Anzeichen sind oft schwierig von „alltäglicher Vergesslichkeit“ zu trennen – was jedoch nicht bedeutet, dass sie nicht ernstgenommen werden sollten. Ein möglichst früher Besuch eines Facharztes ist daher unerlässlich.

Hilfestellungen, um Alzheimer frühzeitig zu erkennen

Um erste Anzeichen für Alzheimer richtig zu interpretieren, hilft es, sich selbst bestimmte Fragen zu stellen oder den möglicherweise betroffenen Menschen aufmerksam (aber objektiv) zu beobachten.

Wichtige Symptome fallen unter anderem wie folgt aus:

• Die Person leidet unter Vergesslichkeit, die das übliche Maß von gelegentlich vergessenen Terminen überschreitet. Namen oder Daten werden fast täglich vergessen und die Nutzung von Hilfsmittel (Notizzettel, Handy, Terminkalender) wird selbst für kleinste Details in einem überschwänglichen Ausmaß genutzt.

• Der Grad der Vergesslichkeit geht über ein gesundes Maß hinaus. Möglicherweise schaltet die Person das Bügeleisen ein, geht in einen anderen Raum und vergisst anschließend, dass sie die Tätigkeit des Bügelns überhaupt geplant hatte. Es geht dabei nicht um das typische Vergessen eines Schlüssels oder alltäglicher, kleinerer Aufgaben.

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• Vermeintlich simple Angelegenheiten aus dem Alltag gestalten sich zunehmend schwierig und komplex. Das Ausfüllen von Rechnungen scheitert nicht unbedingt am Vergessen notwendiger Zahlen, sondern am Unverständnis darüber, wozu dieser Vorgang überhaupt dient. Ein Zustand ausgeprägter Verwirrtheit ist die Folge, wenn Alzheimer-Patienten mit Aufgaben dieser Art konfrontiert werden.

• Zeitliche und örtliche Sicherheit sind nicht mehr gegeben. Der momentane Aufenthaltsort kann nicht mit Sicherheit angegeben werden und auch die Jahreszeit steht nicht immer fest. Dieses Phänomen führt auch dazu, dass betroffene Personen mit teilweise unangemessener Kleidung (Wintermantel in den Sommermonaten) das Haus verlassen.

• Die sozialen Aktivitäten und auch das allgemeine Interesse an Hobbys und/oder Arbeit sind rückläufig. Häufig geschieht dies entweder auf „natürliche Weise“ – indem die sozialen Kontakte vergessen werden – oder auch bewusst. Bemerken die betroffenen Personen ihren Zustand, ziehen sie sich häufig absichtlich zurück.

• Der Umgang mit Sprache wird sowohl schriftlich als auch wörtlich immer schwieriger. Wörter werden mit anderen Begriffen verwechselt oder innerhalb einer Konversation verlieren die betroffenen Personen den Faden. Auch wird es schwieriger, selbst einfachen Diskussionen zu folgen.

• Schritte werden nicht mehr zu 100 % nachvollzogen. Wohin ein bestimmter Gegenstand verschwunden ist, lässt sich für Personen mit Alzheimer häufig nicht mehr klären. Oft werden Gegenstände auch an ungeeigneten Orten abgelegt (schnurloses Telefon im Kühlschrank, Handtücher in einem Küchenschrank für Teller und dergleichen mehr).

• Namen werden verwechselt. Beispielsweise tragen die Enkelkinder plötzlich die Namen von Freunden, Bekannten oder auch einem längst verstorbenen Haustier.

Früherkennung durch Stimmungsschwankungen?

In den meisten Fällen bekommen Alzheimer-Patienten Ihre Erkrankung mit. Das kann aufgrund der Schwere der Diagnose auch zu deutlichen Veränderungen des Charakters führen: Zustände der Verwirrtheit und Angst oder des Misstrauens auch gegenüber bekannten Personen können die Folge sein. Die Person reagiert gereizt, wenn tägliche Routinen unterbrochen werden und verliert die Beherrschung – auch wenn dies im gesunden Zustand noch nie vorher vorgekommen ist und es sich eigentlich um eine sehr sanftmütige Person handelt.

Anzeichen sind keine Diagnose

Achtung: Alle genannten Symptome können(!) ein Anzeichen für Alzheimer sein, aber eine zu 100 % zutreffende Diagnose ist damit nicht möglich. Verlegt eine Person also beispielsweise einen einzigen Gegenstand und kann sich beim besten Willen nicht mehr daran erinnern, wo sich dieser derzeit befindet, ist das zunächst nur ein wenig Vergesslichkeit. Erst bei einer regelmäßigen Anhäufung dieser Fälle ist Vorsicht geboten. Dann ist auch der Gang zum Arzt nicht mehr vermeidbar.

 

12.02.2016
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