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Berichte aus der Pflege

Bakterien und Viren - Darum ist es so wichtig den Unterschied zu kennen

Der Norovirus - Insbesondere für Senioren und Kinder gefärhlich

50 Prozent der EU-Bürger glauben, dass Antibiotika gegen Viren helfen!
In den vergangenen Jahrzehnten haben sich die Antibiotika beinahe zum medizinischen Alleskönner gemausert. Bereits bei kleinen Infektionen wird weder dem Immunsystem noch dem Gang zum Arzt vertraut. Vielmehr kommen die häufig frei erhältlichen Präparate zum Einsatz. Die Folgen insbesondere für Senioren, Kleinkinder und geschwächte Personen können hingegen fatal sein.

Krank trotz voranschreitender Wissenschaft

Immer mehr Krankheiten breiten sich aus. In den vergangenen Jahren traten erstmals auch wieder

solche Epidemien auf, die eigentlich als besiegt galten. Besonders tückisch erweist sich dabei, dass zwar die Gesundheitslehre regelmäßig neue Entdeckungen feiert – der Fehlgebrauch vorhandener Arzneien aber eine Immunität des Körpers gegen bestimmte Heilmittel auslöst. Hierzu gehören die Antibiotika, die weltweit in jedem zweiten Land rezeptfrei in der Apotheke erhältlich sind.

Das Vertrauen der Menschheit in dieses Medikament ist sehr hoch: In einer Studie der Weltgesundheitsorganisation gaben 50 Prozent der Befragten an, dass die Antibiotika sowohl gegen Viren als auch gegen Bakterien helfen könnten. Ein fataler Trugschluss mit weitreichenden Folgen!

 

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Antibiotika helfen nur gegen Bakterien

Antibiotika gegen Bakterien
Zunächst einmal gilt es, den Unterschied zwischen Viren und Bakterien herauszustreichen. Bei den Letztgenannten handelt es sich um Lebewesen, die über einen komplexen Aufbau verfügen. Sie besitzen etwa Zellwände – und somit jene Materie, die später bei der Einnahme der Antibiotika bewusst angriffen wird. Denn erst durch das Eindringen in jene Zellwände kann das Heilmittel den Krankheitserreger entweder unschädlich machen oder seine Fortpflanzung verhindern. Bakterien gelten zudem als relativ groß und sind daher bereits mit einfachen Mikroskopen zu erblicken. Wann immer also solche Eindringlinge im Organismus erkannt werden, kann das Antibiotikum tatsächlich eine Besserung auslösen.

 

Viren sind resistent gegen Antibiotika
Demgegenüber stehen die Viren. Ihre Größe fällt deutlich geringer aus und kann zuweilen gerade ein Hundertstel der Bakterien betragen. Damit reduziert sich auch die Komplexität des Bauplans. Viren bestehen lediglich aus einer Proteinhülle, in der sich das eigene Erbgut befindet. Die Fortpflanzung ist somit gesichert, wenn bestimmte Umstände wie körpereigene Zellen, Sauerstoff oder Nährstoffe hinzukommen und eine Teilung der Viren ermöglichen. Antibiotika sind unfähig, diesen Prozess zu blockieren. Ihnen ist es nicht möglich, die Bestandteile anzugreifen und zu manipulieren, die dem Virus anhaften. Vielmehr wären hier besondere Präparate notwendig, um den Fortschritt einer Erkrankung zu unterbrechen.

Die Folgen des falschen Gebrauchs
Allerdings haben sich die Antibiotika das Vertrauen vieler Anwender erworben. Wann immer ein Infekt droht, wird ohne ärztliche Diagnose zu jenen Mitteln gegriffen. Durch diesen übermäßigen Einsatz entwickeln die im Körper befindlichen Bakterien aber Resistenzen gegen die Antibiotika. Kommt es nun tatsächlich zu einem Befall mit solchen Krankheitserregern, so sich kann der Organismus nicht mehr selbst helfen. Ist das Immunsystem ohnehin angegriffen, was bei Senioren, Kleinkindern und geschwächten Personen häufiger vorkommt, ergeben sich selbst aus vermeintlich simplen Infektionen erhebliche Gefahren. Ratsam ist es daher, den vorschnellen und eigenmächtigen Griff zum Antibiotikum zu vermeiden und stattdessen lieber die eigene Gesundheit durch einen Arzt abklären zu lassen.

 

27.05.2015
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