Wenn das Essen zur Qual wird - So vermeiden Sie Mangelernährung!

Mangelernährung - Was in jungen Jahren zu den schönen Dingen des Alltags zählt, kann im Alter zur Qual werden

Eine ausgewogene und nährstoffreiche Ernährung wirkt sich positiv auf den Energiehaushalt des menschlichen Organismus und das Wohlbefinden aus. Für Genussmenschen sind schmackhafte und gut zubereitete Gerichte zudem ein Stück Lebensqualität. Doch was in jungen Jahren zu den schönen Dingen des Alltags zählt, kann im Alter zur Qual werden. Vielen Senioren gelingt es immer weniger gut ihren Organismus ausreichend mit den wichtigsten Nährstoffen zu versorgen. Der sich im Alter einstellende Gewichtsverlust kann schwerwiegende Folgen haben.

Mögliche Ursachen für die Mangelernährung im Alter
Viele Senioren verlieren im Alter teilweise besorgniserregend viel Körpergewicht. Die Gründe für diese Gewichtsabnahme sind vielschichtig und häufig eine Kombination aus verschiedenen sich bedingenden Faktoren. Zu den Ursachen zählen u. a.:

Appetitlosigkeit – Im Alter verändert sich der Geschmackssinn. Appetitlosigkeit ist die wohl häufigste Ursache für Gewichtsverlust und Mangelernährung. Wenn die Speisen weniger intensiv schmecken als gewohnt, kann es automatisch passieren, dass man sich einseitig ernährt und sich nicht mehr so viel Mühe in der Zusammenstellung der Mahlzeiten gibt.

Banner

Kau- und Schluckbeschwerden – Viele Senioren haben im Alter Schmerzen beim Kauen und Schlucken. Die Zähne und die Speiseröhre können so empfindlich reagieren, dass die Betroffenen feste Nahrungsmittel, wie z. B. Fleisch komplett meiden.

 

Medikamente – Je älter man wird, desto höher ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass man täglich, teilweise unterschiedliche Medikamente zu sich nehmen muss. Übelkeit und Probleme mit dem Magen-Darm-Organismus können zu den Nebenwirkungen zählen, die dann ebenfalls bedingen, dass man weniger isst.

 

Krankheiten – Älter Menschen sind anfälliger für Krankheiten. Wenn der Körper geschwächt ist, fällt eine ausgewogene und ausreichende Ernährung zusätzlich schwer. Diese Erfahrung machen auch junge Menschen, doch im Alter können die Folgen schwerwiegend sein.

 

Demenz – An Demenz erkrankte Menschen vergessen teilweise, wann sie die letzte Mahlzeit eingenommen und was sie gegessen haben. In Kombination mit der altersbedingten Appetitlosigkeit ist dies sehr gefährlich.

 

Einsamkeit und Depression – Viele Senioren fühlen sich einsam, etwa wenn der langjährige Lebenspartner verstorben ist. Sie empfinden es als deprimierend nur für sich alleine zu kochen und ohne Gesellschaft zu essen. Depressionen sind eine häufige Folge von extrem empfundener Einsamkeit und auch sie bedingen die Appetitlosigkeit im Alter zusätzlich.

 

Folgen der Mangelernährung im Alter
Die Mangelernährung und der Gewichtsverlust im Alter, der sich durch die zunehmende Appetitlosigkeit in Kombination mit weiteren Faktoren einstellt, gehen an den Senioren nicht spurlos vorbei. Senioren, die immer weniger essen und immer mehr Gewicht verlieren, sind körperlich geschwächt, es kann zu Stürzen und Brüchen kommen. Außerdem sinken die Abwehrkräfte, die Infektionsmöglichkeit steigt. Bei einer Erkrankung geht der Heilungsprozess langsamer von statten. Neben der Appetitlosigkeit nehmen ältere Menschen häufig auch nicht genug Flüssigkeit auf, so dass eine Austrocknung droht. Lustlosigkeit kann eine weitere Folge von Mangelernährung sein, die sich negativ auf die Psyche auswirkt.

Was tun, wenn sich die Lust am Genuss zur Anstrengung und Angst verändert?
Spätestens wenn Senioren innerhalb weniger Wochen oder Monate viel Gewicht verloren haben, muss gehandelt werden. Je nach Ursache gibt es verschiedene Möglichkeiten, dem durch Mangelernährung und Appetitlosigkeit verursachten Gewichtsverlust entgegen zu steuern.

 

Wegen der sich verändernden Geschmacksknospen ist es schwer, der Appetitlosigkeit im Alter zu begegnen. Umso wichtiger ist es, ein Bewusstsein dafür zu schaffen, was eine ausgewogene und nährstoffreiche Ernährung ist. Auch Senioren sollten darauf achten ausreichend Obst, Gemüse, Fleisch- und Milchprodukte zu sich zu nehmen, auch wenn sie geschmacklich nicht mehr so intensiv sind.

 

Bei Schluckbeschwerden empfiehlt es sich, Speisen wie Fleisch etc. zu pürieren. Durch die veränderte Konsistenz können auch diese nährstoffreichen Speisen weiter gegessen werden.

 

Wer Probleme mit großen Portionen hat, sollte versuchen häufiger – bis zu fünf Mal am Tag – kleinere Portionen zu sich zu nehmen.

 

Wer nicht gerne alleine isst, sollte Abwechslung in seine Essensrituale bringen, ab und an mit Bekannten zusammen essen, wer mobil ist kann ab und an außer Haus essen, vielleicht gibt es einen Seniorenstammtisch in der Nähe. Eventuell können feste Termine mit Familienmitgliedern vereinbart werden, so dass man am Wochenende bei den Kindern isst oder die Enkel vorbei kommen.

 

Ernährungsberatungen und Ernährungstherapien können Abhilfe schaffen indem ein individueller Ernährungsplan erarbeitet wird, an dem man sich orientieren kann. Hierzu kann man auch seinen Arzt befragen.

 

Fazit – Auch wenn das Essen schwerfällt, darf nicht vergessen werden wie wichtig eine ausgewogene und nährstoffreiche Ernährung für Körper und Geist ist. Wer sich gesund ernährt tut aktiv etwas für seine Gesundheit. Daher ist es ratsam, dass sich Senioren bewusst mit ihren Mahlzeiten auseinander setzten und trotz Appetitlosigkeit Abwechslung in ihren Speiseplan bringen.

 

Bericht:
Heike Heel Dipl.-Germ. (Univ.)

 

Interviews und Berichte aus der Pflege
Problemfeld Ambulante Pflege – eine Bestandsaufnahme Es genügt ein kurzer Blick auf den Demographischen Wandel...
(mehr)
Pflegedienst Online - Logo
Banner