Ambulanter Pflegedienst oder Altenheim - Was ist die bessere Alternative?

Viele Menschen sind im Alter bei der Bewältigung ihres Alltages auf die Unterstützung und Hilfe anderer angewiesen. Oft benötigen sie – je nach Pflegebedürftigkeit – auch ein gewisses Maß an professioneller Hilfe. Die Entscheidung für oder gegen einen Umzug ins Altenheim, oder auch für oder gegen die Inanspruchnahme der Leistungen eines ambulanten Pflegedienstes, sollte wohl überlegt sein und nicht alleine von den Kosten abhängig gemacht werden. Wir erklären was wichtig ist und worauf  Sie achten sollten.

Die eigenen vier Wände
Ein wichtiger Pluspunkt ambulanter Pflegedienste ist die Tatsache, dass der Pflegebedürftige durch diesen Service weiterhin in seinen eigenen vier Wänden leben kann und nicht aus seinen gewohnten Lebensverhältnissen herausgerissen wird. Daheim bleiben wollen – das ist ein legitimer und nachvollziehbarer Wunsch.

Ob ambulante Pflege Zuhause möglich ist, hängt von den Angehörigen, den finanziellen Möglichkeiten und insbesondere auch von dem Gesundheitszustand des zu Pflegenden ab. Verschlechtert sich dieser, steigt der Pflegebedarf und somit auch die anfallenden Kosten.

Banner

An diesem Punkt hat sich die Bundesregierung eingeklingt. Mit dem Inkrafttreten des Pflege-Weiterentwicklungsgesetzes (PfWG) im Juli 2008 soll dafür gesorgt werden, dass sowohl die ambulante als auch die stationäre Pflege erschwinglicher wird, bzw. dass die Leistungen angehoben werden.

 

24-Stunden-Pflege
Seit geraumer Zeit gibt es immer mehr Anbieter im Bereich der ambulanten Pflege, die mit 24-Stunden-Pflege werben. Hier wohnt die Pflegekraft mit im Haus des zu Pflegenden, geht einkaufen, kocht und wäscht. Da diese Dienste häufig mit ausländischen Pflegekräften zusammen arbeiten, können die Leistungen der 24-Stunden-Pflege tatsächlich günstiger angeboten werden als die 24-Stunden-Pflege im Pflegeheim, oder die Tätigkeiten ambulanter Pflegedienste. Leider gibt es im Sektor der 24-Stunden-Pflege einige „schwarze Schafe“. Bevor man sich für einen solchen Dienst entscheidet, sollte dieser kritisch geprüft werden. Wie sind die Sprachkenntnisse der Pflegekraft? Bringt sie Kenntnisse in der medizinischen Pflege mit, oder ist sie eher eine Haushalts- und Putzhilfe? Solche Fragen sollten vorab unbedingt geklärt werden.

Abnahme sozialer Kontakte und Vereinsamung.
Manche Senioren haben keine Familie, die als Ansprache dient oder haben ihren langjährigen Partner verloren. Auch der Bekanntenkreis wird in zunehmendem Alter kleiner. Die Pfleger ambulanter Dienste arbeiten oft Minuten genau und haben nicht viel Zeit für die zu Pflegenden. In Alten- oder Pflegeheimen leben viele Menschen, die sich in der gleichen Situation befinden. Es gibt also zahlreiche Gesprächspartner im selben Alter. Zudem werden von Altenheimen Ausflüge angeboten. Viele bieten auch Beschäftigungstherapie an, so dass die Senioren gemeinsam aktiv sein können.

Eine weiterer Alternative zum Aufenthalt im Alten- oder Pflegeheim und der häuslichen Pflege durch die ambulanten Pflegedienste ist die Mischform der teilstationären Pflege. Hier werden teilstationäre Tagespflege und teilstationäre Nachtpflege angeboten, je nachdem ob man Nachts oder am Tag auf professionelle Hilfe angewiesen ist. Die übrige Zeit verbringt man Zuhause in gewohnter Umgebung. Die hier zusätzlich anfallenden Fahrtkosten übernimmt die Pflegeversicherung.

Fazit
Hilfe anzunehmen ist für viele Menschen, die es gewohnt waren über Jahre hinweg alleine zurecht zu kommen, oft nicht leicht. Die Entscheidung welche Art Hilfe und Pflegeunterstützung die beste ist, muss individuell abgestimmt werden und sollte nicht einzig und alleine von den Kosten abhängig gemacht werden. Die Kosten sind je nach Einstufung in eine Pflegestufe unterschiedlich hoch. Pflegekassen, Rentenzahlungen und die Pflegeversicherung greifen sowohl bei der stationären, der teilstationären als auch der ambulanten Pflege. Dennoch gibt es oft Differenzen die, je nachdem für was man sich nun entscheidet unterschiedlich hoch ausfallen, ausgeglichen werden müssen.

Auf welches Leistungsspektrum muss ich mindestens zurückgreifen?

Auf welche zusätzlichen Leistungen möchte ich zurückgreifen?

Was ist mir wichtiger, ein Leben Zuhause oder ein Leben in Gesellschaft?

Diese und ähnlichen Fragen sollten Sie sich sich bei der Wahl für die richtige Pflegeunterstützung stellen um die für Sie perfekte Antwort zu erhalten.

 

Bericht:

Heike Heel Dipl.-Germ. (Univ.)


 

Interviews und Berichte aus der Pflege
Um Pflegegeld in Anspruch nehmen zu können und die Höhe des Pflegegeldes festzulegen, muss im Vorfeld der Grad des Pflegeaufwandes für den Hilfebedürftigen festgestellt werden. Der Medizinische Diens...
(mehr)
Pflegedienst Online - Logo
Banner